Theia Moon

Es gibt eine Kollisionstheorie darüber wie der Mond entstanden ist. Der hypothetische Protoplanet Theia sei vor rund 4,5 Milliarden Jahren mit der Erde kollidiert. Beim Aufprall auf die Erde sei Theia zerstört worden. Bruchstücke des Zusammenstoßes seien in die Umlaufbahn geschleudert worden, woraus später der Mond entstanden sei.

So ungefähr fühlte es sich für mich an, als ich den ersten schizophrenen Schub hatte. Nachdem meine Seele mit meinen Lebensumständen kollidierte zerbrach sie gefühlt in tausend Stücke. Deshalb habe ich diesen Namen für das Schreiben des Blogs ausgesucht. Aus einem Leben „vor der Schizophrenie“ (Theia) wurde ein Leben „nach der Schizophrenie“ (Moon). Heute hat der Mond einen großen Einfluss auf unsere Erde. Er steuert die Gezeiten der Meere. Er zeigt uns Tag und Nacht, beeinflusst unsere Zeitmessung und vieles mehr. Vielleicht liegt auch ein zu schätzender Kern in dieser Begebenheit, die die Betroffenen erfahren.

Die „Kollision“ war heftig. Schmerzhaft. Ein Gang durch die Hölle. Und doch war Licht am Ende des Tunnels. Diese Erfahrung hat mich demütig werden lassen vor dem Leben, vor unserer Verletzlichkeit. Und gleichzeitig hat sie mir gezeigt, welche Kraft meine Seele hat, trotz alle dem zu überleben. Danach ist alles anders. Man fängt wieder ganz von vorn an. Man muss sich Stück für Stück ein neues Leben aufbauen. Sich neu strukturieren. Neue Ziele finden. Es kostet viele Tränen der Wut, Verzweiflung, Traurigkeit und Ohnmacht den Weg aus „diesem Schlamassel“ herauszufinden.

Die gute Nachricht ist: es führt ein Weg heraus. Es geht wieder aufwärts, Schritt für Schritt für Schritt für Schritt. Ich habe es sogar geschafft erfolgreich ein Studium abzuschließen und eine Familie zu gründen. Darauf bin ich sehr stolz. Und ich möchte jedem, der das liest mit meiner Geschichte und diesem Blog Mut machen. Was mir sehr geholfen hat, ist ein Netzwerk, was ich mir langsam aufgebaut habe. Dazu gehören Neurologen, Psychologen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, der Sozialpsychiatrische Dienst, der Integrationsfachdienst, Familienberatung, Freunde und die Familie. Man muss den Weg nicht alleine schaffen. Man darf auf diesem Weg Begleiter finden, die einen unterstützen, ein offenes Ohr oder einen anderen Blickwinkel haben.

Schreiben mag ich sehr. Schreiben hilft mir dabei die Gedanken zu sortieren. Schon lange hatte ich den Wunsch über das Thema „Leben mit Schizophrenie“ zu schreiben. Ich wurde auch mehrfach zum Schreiben ermutigt und möchte diese Idee nun zum Leben erwecken. Ich hoffe, dass der Blog viele interessierte Leser erreicht.

Der Mond @Theia Moon

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